Bierkeller in Franken - mehr als nur ein Biergarten

Bevor sich technische Kühlanlagen in den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts langsam zum Standard für jede Brauerei entwickelten, war es üblich, dass ein Brauer einen Bierkeller unterhielt. Dabei handelte es sich um Gänge und Räume, die tief an einen Hang oder Berg ausgegraben oder in den Fels gebaut wurden. In diesem Keller war es möglich, das Bier, das damals ohnehin über eine geringere Haltbarkeit als heute verfügte, auch über längere Zeit zu lagern. Gekühlt wurden die Keller mit Eis, das man im Winter aus gefrorenen Seen und Flüssen gewann. So konnten niedrige einstellige Temperaturen erreicht werden, die das Bier auch im Hochsommer kühl hielten.

Da das Bier mühsam mit dem Bierwagen zum Keller transportiert werden musste, kam die Idee auf, einen Teil davon an Ort und Stelle auszuschenken, um den Rücktransport zur Brauerei zu sparen. Aus dieser Idee entwickelte sich ein Trend, dem sich viele Brauereien anschlossen. Viele Keller wurden zu einem beliebten Ausflugsziel, wofür nicht zuletzt die oft idyllische Lage am Ortsrand und in der Natur verantwortlich gewesen sein dürfte.

Engelhardt´s Keller Ebensfeld
Ein typischer fränkischer Bierkeller - Der Engelhardt´s Keller bei Ebensfeld

Heutige Bierkeller

Zur Kühlung und Lagerung werden die Bierkeller heute kaum noch benutzt. An der Nutzung als Gaststätte hat sich bei vielen in Franken jedoch wenig verändert. Hier existiert noch eine große Zahl an Bierkellern, die als fester Bestandteil der fränkischen Kultur gelten. Gerne treffen sich die Franken wie sie sagen "auf einem Keller", um in gemütlicher Atmosphäre Geselligkeit zu erleben und entspannen zu können. Auch für Touristen sind die Bierkeller wahre Anziehungspunkte - schließlich sind deratige Verhältnisse in Deutschland nahezu einzigartig.
Angeboten werden meistens einfache Speisen sowie deftige Brotzeitplatten und dazu natürlich frisch gezapftes Bier aus heimischer Herstellung. In manchen Bierkellern ist es außerdem nicht nur erlaubt, sondern auch erwünscht die eigene Brotzeit von Zuhause mitzubringen.