Unverzichtbare Grundlage für jedes Bier: Das Malz. Doch was ist Malz? Einfach gesagt handelt es sich um Getreide, das mit einer Mälzung behandelt wurde. Die Mälzung ist ein Prozess in drei Phasen. Das Getreide, in der Hauptsache Gerste, wird zunächst in Wasser eingeweicht. Nach zwei Tagen liegt der Wassergehalt zwischen 40 und 45 Prozent und der Keimprozess kann beginnen. In Keimkästen wird das Getreide über eine Woche befeuchtet, belüftet und gewendet. In dieser Phase bilden sich wichtige Enzyme im Korn. Wichtig, weil sie im späteren Brauprozess ihre Wirkung beim Stärke- und Eiweißabbau entfalten. Zum Abschluss wird das sogenannte Grünmalz auf der Darre getrocknet - wir haben Malz.

Eine Spezialisierung aus der Braukunst

Die Malzherstellung und das Bierbrauen waren am Anfang eine Einheit und fanden unter einem Dach statt. Im Zuge der Entwicklung, auch der Industrialisierung entwickelte sich die Mälzerei zu einem eigenen Unternehmenszweig. Zunehmend konzentrierten sich Brauereien auf den reinen Brauprozess und das entsprechende Malz wurde von spezialisierten Unternehmen bezogen. So gibt es heute weltweit geschätzte zweihundert Länder mit Brauereien. Aber nur knapp ein Drittel dieser Länder verfügen auch über mindestens eine Mälzerei. Malz ist daher nicht selten ein begehrter Exportartikel. In Deutschland existieren über 40 Mälzereien, die mehr als zwei Millionen Tonnen Malz pro Jahr herstellen.

Malzfabrik Michael Weyermann - hundertjährige Tradition in Franken

Mälzerei Weyermann in Bamberg
Die Traditions-Mälzerei Weyermann in Bamberg

Eine dieser Mälzereien, ist die Malzfabrik Michael Weyermann im fränkischen Bamberg. Im Jahr 1878 gegründet, war das Unternehmen bereits zehn Jahre später ein bekannter spezialisierter Malzhersteller. Mit eigenen entwickelten Malzmarken wurde der Grundstein für einen langen Unternehmenserfolg gelegt. Neben den Malzsorten Carapils, Carafa oder Caramünch gehörten zu diesen Grundsteinen auch das Weyermann´sche Farbebier, dass 1902 erstmals in die Produktion ging. Heute beschäftigt das Unternehmen ca. einhundert Mitarbeiter und exportiert seine große Palette an Malzsorten in über hundert Länder zu fast 3000 Kunden. Gleichzeitig bietet das Unternehmen im Inland einen stabilen Absatzmarkt für über 500 Landwirte, die ihr Getreide für die Malzherstellung an das Unternehmen liefern.

Das deutsche Bier ist nicht nur Braukunst, es ist auch großes Know how bei der Herstellung von Malz, dem Kern jeden Bieres. Weltweit wird diese Kunst geschätzt, Kunst die auf hundertjährige Erfahrung zurückblickt und in Familientradition gepflegt und vor allem weiterentwickelt wird.